Notgroschen aufbauen: Alles über die finanzielle Rücklage

Notgroschen aufbauen: Alles über die finanzielle Rücklage

Der Notgroschen ist ein nicht zu vernachlässigender Bestandteil deiner finanziellen Lebensplanung. Er soll dir in einer (finanziellen) Notlage einen sicheren Puffer bieten und dir auch ohne Einnahmen ein erträgliches Leben über einige Monate hinweg ermöglichen. Doch gerade bei der finanziellen Absicherung “Notgroschen” gibt es noch so manche Unsicherheiten, denen Einsteiger gegenüber stehen. Du gehörst vielleicht auch dazu.

In diesem Beitrag möchte ich daher einmal den Notgroschen von Grund auf erläutern und dir damit eine solide Wissensbasis mit an die Hand geben. Nach diesem Beitrag kannst du dann selbst bewerten, wie genau deine finanzielle Rücklage aussehen soll.

Doch beginnen wir vorne…

Warum ist ein Notgroschen wichtig?

Wie du eingangs bereits erfahren hast, bildet der Notgroschen dein finanzielles Polster und soll dir in Notlagen aushelfen können. Diese Notlagen bzw. unvorhergesehenen Ereignisse können ganz unterschiedlich aussehen:

  • Kündigung / Jobverlust
  • Auto
  • Reparaturen am Haus
  • Steuernachzahlungen
  • schwere Krankheit

Zusammenfassend also Ereignisse, die in den meisten Fällen nicht geplant werden können und eine hohe finanzielle Aufwendung darstellen. Mit einem sicheren Polster kannst du diesen Ereignissen deutlich entspannter entgegentreten (ok, bis vielleicht auf schwere Krankheiten) und hast zumindest eine Baustelle weniger im Kopf, an die du denken musst.

Achte darauf:
Wie der Name bereits verrät, solltest du nur in äußersten Notfällen an den Notgroschen gehen. Am besten legst du ihn einmal an und “vergisst” ihn dann wieder ganz schnell 😉

Das beiseite gelegte Geld kannst du also nicht für unnötige Impulskäufe nutzen. Solche Käufe hat wohl jeder von uns schon einmal getätigt und sich hinterher geärgert, für was wieder Geld aus dem Fenster geworfen wurde.

Wie hoch sollte der Notgroschen sein?

Der Großteil der Empfehlungen geht von ca. 3-6 Monatsgehältern aus, jedoch lässt sich die Höhe des Notgroschens nicht pauschalisieren. Du solltest einige Kriterien beachten.

Familienstand

Du lebst alleine in einer günstigen Mietwohnung und musst keine Kinder mit versorgen? Dann reichen dir wahrscheinlich auch nur drei Monatsgehälter aus, um im Notfall über die Runden zu kommen. Solltest du hingegen verheiratet sein und bereits einige kleine Kinder dein Eigen nennen, muss etwas mehr zurückgelegt werden. Natürlich kommt es darauf an, wie gut deine bessere Hälfte verdient und welche Ausgaben ihr monatlich habt.

Gewünschter Lebensstandard

Stell dir die Frage: “Wie sehr möchte bzw. kann ich mich im Notfall einschränken?”.

Über eine kurze Durststrecke hinweg wirst du wahrscheinlich leicht auf deinen gewohnten Lebensstandard verzichten können. Über eine längere Periode hinweg möchtest du aber nicht jeden Euro 3-4 Mal umdrehen müssen.

Sei also ehrlich und realistisch bei der Einschätzung der benötigten Kosten für deinen Lebensstandard. Andernfalls wirst du in der Ausnahmesituation mit deinen Ersparnissen leider nicht lange aushalten können.

Laufende Kosten

Mit deinem gewünschten Lebensstandard einher geht eine Übersicht deiner laufenden Kosten. Brich herunter, wie viel du im Monat wirklich benötigst und welche Ausgaben mit Sicherheit auf dich zukommen werden. Darunter fallen Sachen wie:

  • Miete
  • Nebenkosten
  • Versicherungen
  • Nahrungsmittel
  • Unterhaltung

Bei manchen Punkten kannst du natürlich Einsparungen vornehmen und bspw. in einer schwierigen Phase deine Streaming-Abos kündigen oder ähnliches. Aber auch hier möchtest du auf Dauer sicher nicht auf jegliche Unterhaltung verzichten.

Laufende Kredite

Je nachdem, wofür ein Kredit genommen wurde, ist die finanzielle Belastung im Monat gar nicht mal so gering. Sollte es hier zu unerwarteten Stops bei den Einkommensströmen kommen, wird es früher oder später auch bei der Rückzahlung knapp. Diese Überlegung solltest du auch bei der Höhe deiner Rücklagen im Hinterkopf haben. Bezahlst du gerade ein Auto oder Haus ab, ist ein größerer Puffer angesagt.

Sparrate

Wie hoch ist deine Sparrate im Monat und möchtest du diese für eine gewisse Zeit weiterführen können? Nach solchen Überlegungen bemisst sich, ob du notfalls mit 3 Monatsgehältern auskommst oder doch lieber mehr ansparen solltest.

Alles, was du zur Sparrate wissen musst, beschreibe ich dir in meinem dazugehörigen Beitrag. Eine kurze Zusammenfassung für dich:

Die deutsche Sparrate liegt bei ca. 20% im Monat. Dieser Wert wird auch oft empfohlen, wobei es einige Leute gibt, die diese Sparrate noch extremer in die Höhe treiben. Wichtig bei einer Sparrate ist, dass du dir später ein angenehmes Leben ermöglichen kannst, gleichzeitig aber auch nicht in der Gegenwart großartig verzichten musst (außer du willst das unbedingt 😉 ). Wie viel du regelmäßig sparen möchtest, ist also eine ganz persönliche und gefühlsmäßige Entscheidung.

Natürlich kannst du im Fall der Fälle auch einfach deine monatlichen Sparpläne aussetzen und erst dann wieder damit beginnen, wenn du finanziell auf festem Boden stehst.

Merke!
Letztendlich musst du dich mit deinem Notgroschen sicher fühlen und ruhig abends einschlafen können!

Wo den Notgroschen lagern?

Auf den Notgroschen solltest du schnell und unkompliziert Zugriff haben. Daher hat es sich bewährt, diesen auf einem Tagesgeldkonto zu lagern. Das hat mehrere Vorteile.

Zum einen liefert dir ein Tagesgeldkonto zumindest einen Hauch an Zinsen und ist damit besser geeignet als ein reines Girokonto. Zum anderen kannst du ein Tagesgeldkonto eröffnen, ohne dass du dafür einen Eintrag bei der SCHUFA erhältst. Des Weiteren hast du einen schnellen Zugriff auf dein Geld. Die Bezeichnung “Notgroschen” kommt nicht von ungefähr und sollte dir im Notfall auch direkt zur Verfügung stehen.

Zum Vergleich: Zwar kannst du Aktien und ETFs auch ziemlich schnell liquidieren, doch ist der Kurs zu diesem Zeitpunkt ungünstig, verlierst du einiges an Geld. Zudem ist der Aktienverkauf aus der Not heraus nie eine gute Option, da Potential beim Zinseszins verloren geht. Dein finanzielles Auffangtuch gehört also nicht an die Börse!

Notgroschen nebenher aufbauen – So geht’s!

Sehr wahrscheinlich wirst du nicht mal eben 3-6 Monatsgehälter (oder wie hoch deine finanziellen Rücklagen auch sein sollen) auf der hohen Kante haben. Demnach benötigst du einen festen Plan, nachdem du deinen Notgroschen bequem nebenher aufbauen kannst.

Wenn du diesem Beitrag akribisch gefolgt bist, hast du bereits eine Übersicht über deine finanzielle Lage und weißt auch, wie viel du im Monat zur Seite legen kannst. Habe stets im Hinterkopf, dass der Notgroschen dein allererster Schritt in der Finanzwelt sein sollte und du dir diesen noch vor deinen ersten Investments aufbauen solltest. Versuche also zu Beginn so viel wie nur möglich monatlich für deine Rücklagen zur Seite zu legen. Automatisiere diesen Sparvorgang am besten durch einen Dauerauftrag. Somit ist das Geld direkt am Monatsbeginn runter vom Konto und endet nicht in einem flüchtigen Onlinekauf. Ist dein “Reservetopf” einmal gefüllt, kannst du dein nun übrig gebliebenes Geld bspw. in Aktien oder ETFs investieren.

Oftmals ist das mit dem Sparen aber leichter gesagt als getan. Vielleicht können dir ein paar Sparstrategien / Sparchallenges den nötigen Schub geben, um dein Finanzpolster aufzubauen.

Bleibt von deinem Nettogehalt nicht mehr viel übrig und kannst du deine Ausgaben nicht weiter reduzieren, ist es an der Zeit, deine Einnahmen zu erhöhen. Ohnehin ist es eine gute Idee, verschiedene Einkommensströme zu haben. So kannst du beispielsweise deinen eigenen Blog starten oder einfach nur Texte auf einer Plattform wie Content.de veröffentlichen.

Ziehe in diesem Zusammenhang auch alle paar Monate ein Fazit und versuche deine getroffenen Maßnahmen weiter zu optimieren. Unser Alltag ist schnelllebig und die Rahmenbedingungen ändern sich teils in Sekundenschnelle. Den für dich optimalen Fahrplan kann nur einer finden – du selbst.

Die wichtigste Aussage bleibt: Zuerst den Notgroschen aufbauen, dann andere Investments ins Auge fassen. So bist du auch für den Notfall gerüstet.

Disclaimer:
Keine Anlageberatung bzw. Investitionsempfehlung. Informiere dich selbst, bevor du in entsprechende Finanzprodukte investierst.

2 Gedanken zu “Notgroschen aufbauen: Alles über die finanzielle Rücklage

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