Aktien für Anfänger: 11 wertvolle Tipps für Einsteiger

Aktien für Anfänger: 11 wertvolle Tipps für Einsteiger

Für viele stellt der Einstieg an der Börse eine große Hürde dar. Das ist kaum verwunderlich, immerhin wird das Thema Finanzen in Deutschland leider nur allzu oft eher Stiefmütterlich behandelt. Ganz zu schweigen von der bösen Börse, wo nur gezockt 😉

Jeder fängt einmal klein an. Dafür sind die Learnings in den ersten Monaten umso größer. Um dir den Einstieg an der Börse etwas zu erleichtern, habe ich einmal 11 wertvolle Tipps für Aktien-Anfänger aufgeschrieben, die entweder mir sehr geholfen haben oder die ich gerne vorher gewusst hätte. 

Du hast im Anschluss noch Fragen? Stelle diese gerne in den Kommentaren. Vielleicht kann ich dir weiterhelfen 🙂

Eine eigene Strategie festlegen

Bevor du wie wild Aktien kaufst, solltest du dir zumindest eine grobe Strategie festlegen, mit denen du deine ersten Investments tätigst. Keiner Sorge: Natürlich ist diese Strategie nicht in Stein gemeißelt und kristallisiert sich wahrscheinlich erst nach ein paar Investments und Überlegungen heraus. 

Vielleicht möchtest du dir mit Dividenden ein passives Einkommen aufbauen? Dann könntest du deinem Portfolio eine entsprechende Anzahl an ausschüttenden Unternehmen beimischen. 

Du möchtest eher auf stark wachsenden Unternehmen setzen? Dann bist du auf der Suche nach entsprechenden Growth & Value-Titeln. Das sind meist Vertreter aus der Technologiebranche wie Amazon, Apple, Google oder Facebook. Zwar schütten diese teilweise ebenfalls eine Dividende aus, doch wird ein Großteil (oder eben alles) wieder in das jeweilige Unternehmen investiert. 

Ich für meinen Teil möchte bspw. einen netten Nebenverdienst mit Dividenden realisieren. Dabei schaue ich auf eine gesunde Ausschüttungsquote und mische meinem Portfolio auch einige Growth & Value-Titel bei.

Wenn du es überaus ordentlich haben möchtest, kannst du für jede Strategie oder jede Art von Aktie auch ein separates Depot anlegen. Musst du natürlich nicht, aber abgesehen davon bringen mehrere Depots auch weitere Vorteile mit sich.

Das Unternehmen verstehen

Bitte investiere nicht blind in ein Unternehmen. Verstehe zunächst, was es eigentlich macht, wie die Branche funktioniert und wer sich noch in diesem Markt bewegt. Beachte nicht nur die nackten Zahlen, sondern setze diese auch in Relation. 

Dabei kannst du ruhig zu Beginn auf den Wikipedia-Artikel des entsprechenden Unternehmens zurückgreifen. Ich nutze das gerne, um mich auch mit der zurückliegenden Geschichte vertraut zu machen. Anschließend geht es zu aktuellen Meldungen und den Zahlen über. 

So bekommst du mit recht wenigen Handgriffen einen soliden Überblick als Grundlage für deine Investitionsentscheidung. 

Breit gestreut, nie bereut

Ebenfalls bekannt unter

“Lege nicht alle Eier in einen Korb”

Hier geht es darum, das Risiko für dich als Aktionär zu verringern. Setzt du dein gesamtes Kapital auf eine Aktie, kannst du nämlich ziemlich schnell dein blaues Wunder erleben.

Umso wichtiger ist eine gesunde Diversifikation bei deiner Anlage. Diese kann sich wie folgt äußern:

  • Anlageklassen (Aktien, Krypto, Rohstoffe, …)
  • Anlageregionen (Deutschland, USA, China, …)
  • Anlagebranchen (Technologie, Chemie, Immobilien, …)
  • Anlagezeitraums (kurz-, mittel-, langfristig)

Hinsichtlich Aktien wirst du dich vornehmlich mit den mittleren Beiden beschäftigen. So setze beispielsweise nicht nur auf Technologieunternehmen aus den USA, sondern auch auf Chemiekonzern in Deutschland. 

Nur verfügbares Kapital investieren

Du kannst dein Risiko mit der eben besprochenen Diversifikation sehr gut streuen, doch nutze dennoch nur Geld, das du nicht für dein tägliches Leben benötigst. Und denk schon gar nicht daran, extra einen Kredit für Aktienkäufe aufzunehmen. So würdest du dich schneller ins Verderben reiten als dir lieb ist. 

Dein Ziel sollte es sein, eine langfristige und nachhaltige Investmentstrategie zu verfolgen.

Auf die Gebühren achten 

„Hin und Her macht Taschen leer“

Mit großer Wahrscheinlichkeit hast du diesen Satz schon einmal gehört. Falls nicht, dann eben hier 🙂

Die sogenannten Transaktionskosten können deine Performance ins Minus schicken. Durch häufiges Handeln (Traden) entstehen nur geringe Gewinne und in den meisten Fällen sogar Verluste. Zwar kann der Kurs angestiegen sein, doch viele vernachlässigen die Gebühren, die dein Broker erhebt. Verfolge also lieber deine Strategie und konzentriere dich auf mittel- bis langfristige Investments.

Die Gebühren / Transaktionskosten sollten im besten Fall bei max. 1 % deiner Investitionssumme liegen. Möchtest du also bei einer Gebühr von 1 € Aktien kaufen, sollte das Volumen bei mind. 100 € liegen. 

Geduldig sein und nicht gierig

Das Investieren ist kein Sprint, sondern ein Marathon – zumindest in den meisten Fällen. Bedeutet für dich: Strategie verfolgen, Aktien gezielt einkaufen und abwarten. Du wirst über Nacht eher unwahrscheinlich zum Millionär. Unerwartete Kuranstiege, die dein Vermögen in Sekundenschnelle in die Höhe treiben, sind so gut wie ausgeschlossen. 

Entspanne lieber nach deinem Investment und schaue beispielsweise für die nächsten Tage gar nicht mehr in deinen Broker. Denn besonders die folgende Regel gilt an dieser Stelle für dich.

Time in the market beats timing the market

Eine sehr wichtige Regel, an die du dich halten solltest. Versuche nicht, den einen optimalen Punkt zum Kaufen zu finden. Auf lange Sicht betrachtet ist die Zeit, die du insgesamt investiert bist, wesentlich wichtiger als der Zeitpunkt, zu dem du gekauft hast. 

Natürlich kannst du beispielsweise einen Crash oder eine Korrektur ausnutzen, um einige Positionen nachzukaufen. Doch versuche dabei nicht, den niedrigsten Kursstand zu erreichen. Diesen kannst du nur mit etwas Glück erwischen. Außer, du kannst in die Zukunft blicken. Erfreue dich einfach an den etwas günstigeren Einkauf und beobachte, wie deine Titel in den kommenden Wochen wieder an Fahrt aufnehmen. 

Bei Krisen durchhalten

Die Krisen der Vergangenheit haben schon allzu oft gezeigt, wie panisch sich die Anleger in solchen Situationen verhalten. Die Angst, das investierte Geld zu verlieren, verleitet viele zu rückblickend unklugen Entscheidungen. Übereilte Verkäufe mit Verlusten sind die Folge. 

Genau hier setzen die beiden zuvor genannten Punkte an. Einfach die Krise aussitzen und falls du noch Cashflow haben solltest, kannst du für dich passenden Positionen einfach nachkaufen. So nutzt du die Krise für deinen Vorteil. Rückblickend haben sich die Märkte nämlich von jeder bisherigen Katastrophe erholt.

Zinseszinseffekt richtig nutzen

Der Zinseszinseffekt ist dein größter Freund, wenn es um langfristige Investments geht. Dieser sorgt dafür, dass vor allem auf lange Sicht dein Kapital ordentlich an Fahrt aufnimmt. Für eine nähere Erklärung, lies dich einfach durch meinen Beitrag zum Zinseszinseffekt.

Damit du diesen optimal nutzen kannst, solltest du möglich früh mit dem Investieren am Aktienmarkt beginnen. Wenn du jetzt noch deine Sparrate hochschrauben kannst, wirkt der Effekt noch stärker. Einige Sparstrategien habe ich ebenfalls bereits vorgestellt.

Investments regelmäßig überprüfen

Dein komplettes Portfolio solltest du in regelmäßigen Abständen überprüfen. 

  • Passt die Strategie noch?
  • Habe ich in einer Branche / einem Land ein starkes Übergewicht?
  • Wo könnte ich besser diversifizieren?
  • Wo könnte ich sinnvolle Nachkäufe tätigen?
  • Was befindet sich in welchem Depot?

Um dabei nicht den Überblick zu verlieren, nutze ich das kostenlose Tool Portfolio Performance, welches recht weit verbreitet ist. Damit kannst du alle Transaktionen, Entwicklungen, Depotstände und Performances anschaulich nachempfinden. Für mich definitiv ein Must-have.

Diese Daten helfen dir dabei, deine Entscheidungen zu bewerten und entsprechende Maßnahmen für die Zukunft abzuleiten. 

Bilde dich weiter

„Das wichtigste Investment ist in dich selbst.“ 

Besonders zum Start solltest du so viel Wissen einsaugen, wie du nur kannst. Ich habe noch vor meinem ersten Investment rund 7 Bücher gelesen, da mich die Thematik derart stark interessiert hat und ich unbedingt mehr wissen wollte. Zusätzlich noch durch einige Websites und Videos geklickt und schon konnte ich zumindest eine solide Basis an Grundwissen vorweisen. Jetzt heißt es nur noch am Ball bleiben und stetig weiterbilden. 


Meine Buchempfehlungen

Affiliate-Links. Vielen Dank für deine Unterstützung 🙂


Disclaimer:
Keine Anlageberatung bzw. Investitionsempfehlung. Informiere dich selbst, bevor du in entsprechende Finanzprodukte investierst.

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