Social Media: Sind Affiliate Links auf Facebook, Instagram, TikTok erlaubt?

Social Media: Sind Affiliate Links auf Facebook, Instagram, TikTok erlaubt?

Affiliate Marketing erfreut sich großer Beliebtheit. Schließlich ist das Konzept der Vermittlungsprovision so schön simpel und in Zeiten des Internets auch so einfach umzusetzen. Auf so gut wie jedem Blog sind die Affiliate Links vorzufinden (häufig glücklicherweiseals solche gekennzeichnet). Und das ist auch nicht weiter schlimm, kann sich doch der Autor bequem nebenher etwas hinzuverdienen und die Leser:innen gleichzeitig etwas zurückgeben, ohne versteckte Kosten. Solange also alles transparent läuft, gibt es hier nichts zu bemängeln.

Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt aber, dass die Setzung solcher Werbelinks auf Social Media, insbesondere Facebook, etwas anders vonstatten geht.

Dort werden die Bilderposts mit Sprüchen wie „Markiert einen Freund, der das Teil auch unbedingt braucht ?“ versehen und die passenden Werbelinks dazu gehauen – alles ohne passende Kennzeichnung. Ein Großteil der Nutzer weiß wahrscheinlich nicht einmal, dass ihnen Werbelinks untergejubelt werden. „Wirtschaftliche Schäden“ entstehen dadurch zwar nicht, doch ist es ethisch eher ein Graubereich und lässt die Frage offen, ob der Autor des Posts das Produkt wirklich gut findest oder lediglich Geld verdienen möchte.

Für mich also Grund genug, die ganze Thematik etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Ist das Posten von Affiliate Links auf sozialen Netzwerken wie Facebook, Instagram, TikTok und Twitter erlaubt? Falls ja, bedarf es einer ordentlichen Kennzeichnung?

Da Amazon immer noch zu den größten Affiliates gehört, beschränke ich mich bei diesem Artikel auf diesen Anbieter. Bei den sozialen Netzwerken haben ich die derzeit beliebtesten ausgewählt und die jeweiligen Richtlinien geprüft.

Facebook, Twitter, YouTube, Amazon, TikTok und wie sie auch alle heißen: An erster Stelle steht natürlich geltendes Recht, nach dem wir uns richten sollten. Verstoßen wir gegen Richtlinien von Facebook und Co., können wir von den Plattformen ausgeschlossen werden. Verstoßen wir hingegen gegen Gesetze, tut das schon etwas mehr weh.

Einen wirklichen empfehlenswerten und ausführlichen Artikel zu dieser Thematik findest du bei allfacebook.de. Zusammengefasst heißt es:

Eine Werbekennzeichnung ist notwendig, wenn

– für die Präsentation eines Produktes ein Entgelt gezahlt wurde;
– oder auf den Inhalt Einfluss genommen wurde oder eine Publikationspflicht bestand;
– oder das Produkt werblich im Mittelpunkt steht;
– oder das überlassene Produkt (bzw. der Wert seiner Nutzung) mehr als 1.000 Euro wert ist.

allfacebook.de

Geregelt wird diese Thematik u.a. in §6 TMG. Doch nirgends steht direkt etwas von einem Affiliate Link? Bloggerlaw erklärt es so:

Erhält der Blogger durch die Platzierung sogenannter „Affiliate Links“ eine Provision, liegt darin die Bezahlung des Bloggers. Kennzeichnung ist hier Pflicht – wie genau diese zu erfolgen hat, ist aber nicht abschließend geklärt. Anbieten würde sich beispielsweise der Hinweis in der Überschrift „Enthält Werbelinks“ oder ein Hinweis nach dem eingefügten Link.

bloggerlaw.de

Die meisten Erläuterungen beziehen sich auf den eigenen Blog. Für mich lassen sie sich jedoch auch auf soziale Netzwerke übertragen.

Wie oben bereits erwähnt, beschränke ich mich bei den Affiliate Programmen auf Amazon. Es ist weit verbreitet und dürfte wohl für die meisten von Interesse sein.

An sich verstößt das Verteilen von Werbelinks auf sozialen Plattformen wie Facebook und Instagram nicht gegen die Richtlinien von Amazon. In einem hauseigenen Post wird sogar dafür geworben:

– Amazon Partnerlinks können in Sozialen Netzwerken wie Facebook, YouTube und Twitter verbreitet werden
– Soziale Netzwerke eignen sich dafür den Traffic der eigenen Webseite zu erhöhen
– Durch das Nutzen von Sozialen Netzwerken bist Du nicht mehr allein auf den Traffic von Suchmaschinen angewiesen

amazon-affiliate.eu

Bei Twitter gibt es noch den kleinen Zusatz, dass das Konto verifiziert sein muss, sprich: ein blauer Haken wird benötigt und den gibt es nicht für jeden.

Gleichzeitig weißt aber Amazon auch darauf hin, dass das Setzen von Partnerlinks nicht gegen die Richtlinien von Amazon oder der jeweiligen Plattform verstoßen darf. Weiter muss euch das Amazon Partner-Konto gehören, dessen Links ihr verbreitet und ihr müsst der Betreiber der Profile auf Facebook und Co. sein.

Das Posten an sich scheint also kein Problem zu sein, doch wie sieht es mit der Kennzeichnung aus?

Links gelten als Werbung und müssen deshalb auch in Sozialen Netzwerken als solche gekennzeichnet werden. Hierfür kannst Du einen schriftlichen Hinweis direkt im unmittelbaren Umfeld des Links verwenden. Bei Facebook ist dies beispielsweise der Post, in dem sich der Affiliate befindet und bei YouTube die Videobeschreibung. Neben dem Erfüllen der gesetzlichen Pflicht sorgt dies auch für eine Transparenz bei den Nutzern.

amazon-affiliate.eu

Viele Nutzer von Affiliate Links in sozialen Netzwerken verstoßen also gegen die Richtlinien von Amazon. Eine entsprechende Kennzeichnung konnte ich nämlich so gut wie noch nie erkennen, zumindest, was die Facebook Posts betrifft. Auf Instagram finden sich oftmals kleine Kennzeichnungen, die in irgendeiner Ecke versteckt sind. Ebenfalls nicht konform (auch von Rechtswegen her).

Wie so eine Kennzeichnung aussehen könnte? Mit Bezeichnungen wie „Werbung“ oder „Anzeige“ seid ihr so gut wie immer auf der richtigen Seite (soweit ich dies mit meinem Wissen beurteilen kann). Bei Werbelinks könnte aber auch ein netter Hinweis wie „Bei diesem Link handelt es sich um einen sog. Affiliate Link. Ihr kauft zum unveränderten Preis ein und unterstützt mich gleichzeitig durch eine kleine Provision seitens Amazon“ beigefügt werden. Zum Thema Moral verliere ich später auch noch ein paar Worte.

ACHTUNG AUSNAHME!

Amazon untersagt aktuell noch das Setzen von Affiliate Links auf TikTok, da TikTok keine „verifizierte Affiliate-Plattform“ sei. Das Amazon-Affiliate-Konto (Partnerprogramm) eines Nutzers wurde sogar gesperrt, da er direkt auf TikTok einen Werbelink zu Amazon gesetzt hat (hier nachzulesen oder auf dem Screenshot).

Tweet zeigt: Amazon erlaubt Affiliate auf TikTok nicht
Amazon sperrt den Affiliate Account, wenn direkt auf TikTok verlinkt wird

Doch es gibt eine einfache Lösung für dieses Problem: Einfach eine Linkliste erstellen, die die Werbelinks enthält und auf die du von deinem TikTok-Account verlinkst.

Die Richtlinien der sozialen Netzwerke

Die hier gestellte Frage ist nicht neu und wurde bereits bei Facebook im Hilfeforum gepostet. Die Antwort eines Mitarbeiters hat nicht lange auf sich warten lassen:

Falls du Produkte oder Dienstleistungen anderer hervorheben möchtest, solltest du unbedingt unsere Richtlinien für Markeninhalte lesen.

Unsere Markeninhalte-Richtlinien gelten für verifizierte Seiten sowie verifizierte Profile (mit dem blauen Symbol) auf Facebook. Markeninhalte dürfen nur von verifizierten Seiten und Profilen gepostet werden. Markeninhalte sind per Definition solche Inhalte, die von einer Seite oder einem Profil stammen, die/das Produkte, Marken oder Sponsoren darstellt, die nicht mit dem Profil bzw. der Seite übereinstimmen.

Beim Posten von zulässigen Integrationen von Markeninhalten müssen verifizierte Profile und Seiten die Markeninhalte-Funktion verwenden, um die dargestellten Produkte, Marken bzw. Sponsoren Dritter zu markieren.

Facebook Hilfeforum

Heißt zusammengefasst: Sobald ein Produkt / eine Dienstleistung Dritter hervorgehoben werden soll, muss das von Facebook bereitgestellte Branded-Content-Tool dafür genutzt werden. Dieses steht jedoch nur verifizierten Seiten sowie verifizierten Profilen zur Verfügung.

Für kleinere, nicht verifizierte Influencer o.ä. entsteht somit eine Art Zwickmühle. Vom Gesetz her (mehr dazu weiter unten) müssen Werbebeiträge auch als „Werbung“ oder „Anzeige“ gekennzeichnet werden. Allerdings haben sie auf Facebook keinen Zugriff auf das Tool und würden somit bei einem öffentlichen Post gegen die Branded Content-Richtlinien von Facebook verstoßen.

Ja, Instagram steht komplett hinter Affiliate Marketing und hat Ende 2021 sogar ein eigenes Programm in sein Shopsystem integriert, womit Content Creator arbeiten können. Einiges zu beachten gibt es jedoch auch hier.

Was bei Facebook erlaubt ist, geht auch bei Instagram – und sogar darüber hinaus. Die Bilderplattform ist wie für Werbung gemacht, wie die Entwicklung der vergangenen Jahre gezeigt hat. Kaum verwunderlich also, dass Instagram nicht nur Werbung seitens der Nutzer erlaubt, sondern sogar ein eigenes Affiliate Programm anbietet.

Auf seiner eigens angelegten Themenseite gibt das Netzwerk sogar konkrete Hilfestellungen, was bei der Verwendung des eigenen Provisionsprogramms zu beachten ist und wie der Umsatz gesteigert werden kann. Affiliates sollten auf folgendes achten (zusammengefasst)

Informiere deine Fans
(„Poste also regelmäßig, wie Nutzer*innen über deine Beiträge shoppen können“)

Erziele mehr Einnahmen mit regelmäßigen Markierungen

Triff mit Insights die richtigen Entscheidungen

Sei authentisch

Speichere deine Lieblingsprodukte als Highlight

business.instagram.com

Einschränkungen gibt Instagram lediglich bei den erlaubten Formaten und hat speziell dafür „Instagram-Monetarisierungsrichtlinien für Partner“ sowie „Instagrams Richtlinien für die Content-Monetarisierung“ veröffentlicht. Content Creator, die auf der Plattform entsprechend Geld verdienen möchten, müssen sich mit ihren Inhalten innerhalb dieser Regelungen bewegen.

Was du natürlich auch hier beachten musst, ist die gesetzeskonforme Markierung der Werbung. Denn über dem Gesetz steht auch nicht Instagram bzw. der Mutterkonzern meta 🙂

In dieser Auflistung zählt TikTok zu den jüngsten Netzwerken, gleichzeitig aber auch zu den wachstumsstärksten. Die Frage nach einer lohnenden Monetarisierung wird sich von vielen Seiten gestellt und Werbelinks dürfen auch hier nicht fehlen.

Wie ich bereits oben erwähnt habe, akzeptiert Amazon TikTok derzeit noch nicht als verifizierte Affiliate-Plattform. Mit Hilfe einer Linkliste à la linktree (wobei du diesen Anbieter aufgrund der DSGVO nicht nutzen solltest) lässt sich dieses Problem umgehen.

Offizielle Angaben von TikTok zu finden, gestaltet sich hingegen schon etwas schwieriger. „Monetarisieren bei TikTok“ auf der Supportseite des Unternehmens verliert leider kein Wort zu Affiliate Marketing. Und auch auf meiner weiteren Suche kam ich zu keinen offiziellen Angaben.

Oftmals, und das würde ich bereits in Hinblick auf das Affiliate Programm von Amazon empfehlen, setzen viele auf eine entsprechende Landingpage, um anschließend weiter auf Amazon zu verlinken. Hierfür gibt es spezielle Anbieter im Internet oder wer selbst eine Seite mit bspw. WordPress aufgebaut hat, kann sich eine entsprechende Landingpage mit Verlinkungen einfach selbst aufbauen.

Wer auf Twitter unterwegs ist, bekommt schnell den Eindruck, dass Affiliate Links hier kein Problem darstellen. Doch stimmt dieser Eindruck mit der Realität überein?

Twitter ist, im Vergleich zu anderen sozialen Netzwerken, hierzulande nicht allzu weit verbreitet. Schade, da Twitter einer meiner persönlichen Favoriten ist, aber darum soll es hier nicht gehen 😉

Licht ins Dunkle bringt die „Richtlinie zu Plattformmanipulation und Spam“ von Twitter. Bereits recht früh zu Beginn heißt es dort:

Plattformmanipulation kann viele Formen annehmen […] darunter:

– kommerziell motivierter Spam, der in der Regel darauf abzielt, den Traffic oder die Aufmerksamkeit von einer Unterhaltung auf Twitter auf Accounts, Websites, Produkte, Dienstleistungen oder Initiativen zu lenken

Twitter

Wer also nur einen Account betreibt, um fleißig Werbelinks zu posten, verstößt demnach gegen die Richtlinien zu Twitter. Doch damit nicht genug. Weiter unten im Zuge der Twitter Produktfunktionen schreibt das Netzwerk:

Du darfst Twitter Produktfunktionen nicht dazu verwenden, andere in ihrer Nutzung der Plattform zu beeinträchtigen. Hierunter fällt:

[…]

– das Posten von irreführenden oder täuschenden Links, z. B. Affiliate-Links und Clickjacking-Links.

Twitter

Gleicher Absatz ist übrigens auch unter „Unser Ansatz beim Blockieren von Links“ zu finden.

Die Strafe bei Verstößen gestaltet sich dabei unterschiedlich und kann von gelöschten Tweets, über temporäre Sperren bis hin zu dauerhaften Schließungen des eigenen Account führen.

Nach meiner Recherche war ich ehrlich gesagt etwas überrascht, wie sehr Twitter etwas gegen Affiliate-Links unternimmt – zumindest in der Theorie. In der Praxis sieht es nämlich mal wieder etwas anders aus und entsprechende Affiliate-Links sind hier schnell zu finden. Wahrscheinlich macht auch hier die Dosis das Gift.

Zusammenfassung

Bevor du fleißig Werbelinks auf den sozialen Netzwerken teilst, um dir etwas Taschengeld hinzuzuverdienen, solltest du folgende Fragen beantworten können:

  • Erlaubt das genutzte Affiliate Programm die Setzung von Links in sozialen Netzwerken?
  • Erlaubt das jeweilige Netzwerk Affiliate Links?
  • Wenn die beiden vorherigen zutreffen: Ist der Link auch richtig gekennzeichnet?

Treffen alle Bedingungen zu und du bombardierst deine Followerschaft nicht mit allzu viel Werbung, ist Affiliate Marketing ein interessanter und berechtigter Weg, um online Geld zu verdienen.

Disclaimer:
Keine rechtliche Beratung. Bei Fragen bezüglich der Gesetzgebung und dem korrekten Einsatz von entsprechenden Maßnahmen, kontaktiere bitte einen Juristen.

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